The Nuclear-Free Future Award

für eine Zukunft frei von Atomwaffen, Atomenergie und Uranmunition

Alexei Yablokov

Alexei Yablokov

The
Nuclear-Free Future
Award

is presented by the
Franz Moll Foundation
for the Coming Generations
to

Alexei Yablokov

Russia

for his many years of dedication
towards building a bridge of understanding
between the Russian and American
peace and environmental movements

St. Petersburg,
5 Oktober 2002

Alexei Yablokov

Zwei Männer aus anscheinend ganz verschiedenen Welten, der Russe Alexei Yablokov und der Amerikaner Francis Macy, stellten 1991 fest, dass sie einen gemeinsamen Feind haben: das Unwissen. Es heißt zwar, der Kalte Krieg sei vorbei, doch diesen beiden ist klar, dass er – nach menschlichen Zeitmaßstäben gemessen – ewig weitergehen wird. Sie wissen nämlich, das Uranbergwerke, Produktionsstätten für Kernwaffen und Testgelände für nukleare Sprengköpfe die vergiftetsten Stellen unserer Erde sind. Sie wissen, dass es keinen Grenzwert gibt, unterhalb dessen Plutonium 239, das von Menschen geschaffene waffenfähige Metall mit einer Halbwertzeit von 24 400 Jahren, ungefährlich wäre.

Alexei Yablokov, Gründer und Präsident des Zentrums für Russische Umweltpolitik, korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften und ehemaliger Umweltberater Boris Jeltzins, ist der unangefochtene Nestor der russischen Umweltbewegung. Als promovierter Biologe hat er die Auswirkungen der Radioaktivität auf lebendes Gewebe eingehend untersucht. Als Abgeordneter im sowjetischen Parlament konnte Yablokov erreichen, dass Geheimdokumente über die Verheerungen freigegeben wurden, welche die Radioaktivität in seinem Land angerichtet hat, vor allem nach der Nuklearkatastrophe im Südural. Seit Jahren leitet er den Dachverband der russischen ökologischen Basisorganisationen, die Sozial-Ökologische Vereinigung, die dem russischen Atomenergieministerium Minatom unerbittlich auf die Finger schaut.

"Die offenen Feinde sind diejenigen Politiker und Wirtschaftsbosse, die glauben, es gebe keinen Grund, über die Umwelt zu sprechen, solange Russland nicht reich ist."

Yablokov und Macys Zusammenarbeit begann 1991, als Francis Macy auf Einladung von Lydia Popowa und der St.Petersburger NGO Green World mit einer Delegation hochkarätiger Umweltfachleute anlässlich des fünften Jahrestags der Katastrophe von Tschernobyl nach Russland kam. Zusammen mit Yablokov und Popowa hielten die Gäste Veranstaltungen in Moskau, Minsk und Kiew ab, welche in den Medien große Beachtung fanden. Während dieser Tour freundeten Yablokov und Macy sich an und gründeten gemeinsam das Nuclear Watchdog Network, eine Koalition von Basisorganisationen, die Nuklearanlagen in ganz Russland und der Ukraine beobachten. Seither haben diese beiden Männer zahlreiche Podiumsdiskussionen und Seminare über erneuerbare Energien veranstaltet, den Austausch von Wissenschaftlerdelegationen organisiert und in ihrem jeweiligen Heimatland durch das Zusammenführen von wissenschaftlichen Daten und Fachwissen die Leistungsfähigkeit nichtstaatlicher Organisationen gesteigert.

Auf beiden Seiten des Atlantiks bedrohen die Folgen des Kalten Krieges weiterhin die Umwelt und die Gesundheit von Millionen Menschen und allen zukünftige Generationen. Aber Minatom streckt, vom schnöden Mammon motiviert, die Arme aus, um Atommüll aus der ganzen Welt an Mütterchen Russlands Busen zu holen. Francis Macy weist darauf hin, dass dieser Schritt für einige zehntausend Generationen eine schwere Hypothek bedeutet, weil Lagerstätten für nuklearen Abfall sorgsam beobachtet und gewartet werden müssen.Und Alexei Yablokov stellt fest: "Die offenen Feinde der grünen Bewegung sind diejenigen Politiker und Wirtschaftsbosse, die glauben, es gebe keinen Grund, über die Umwelt zu sprechen, solange Russland nicht reich geworden ist."


Mit dem Lifetime Achievement Award 2002 werden zwei Männer geehrt, die ein Leben lang gegen das Unwissen gekämpft haben.

–Claus-Peter Lieckfeld

Statement von Yablonkov (Mensch und Atom.org)