The Nuclear-Free Future Award

für eine Zukunft frei von Atomwaffen, Atomenergie und Uranmunition

13.01.2017

Preisträger Alexei Yablokov ist tot

Am 10. Januar 2017 starb Alexei Yablokov, Preisträger der Nuclear-Free-Future Award 2002 in der Kategorie Lebenswerk (gemeinsam mit Fran Macy). Er wurde 83 Jahre alt. Alexei Yablokov war Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften und wurde der Vater der ökologischen Bewegung in Russland genannt: bereits 1950 hatte er das „Allrussischen Jugendzentrums für Umweltschutz“ gegründet. Anfang 1990er wurde er Präsident des Zentrums für Russischen Umweltpolitik. Von 1989 bis 1997 war er Umweltberater für die Präsidenten Michail Gorbatschow und Boris Jelzin.

 

GRÜNE SEELE RUSSLANDS

Zum Tode des großen Ökologen Alexei Yablokov.
Nachruf von Oleg Bodrov.

Wie ein Don Quichotte kämpfte er kompromisslos bis zuletzt für den Planeten Erde als Lebensraum. Jetzt fehlt uns dieser Kämpfer. Am 10. Januar 2017 mussten wir für immer Abschied nehmen von Alexei Vladimirovich Yablokov. Wir Ökologen empfinden seinen Tod nicht nur als einen Verlust für uns, sondern für alle Gleichgesinnten in der Weltgemeinschaft, die sich gegen die Zerstörung der Natur stellen.

Alexei war als Biologe und korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften Autor von über 400 wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Er besaß, wie kaum ein anderer, die Fähigkeit, mit Vertretern der Regierung und der Wirtschaft wie auch bei Demonstrationen komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge in eine passende und verständliche Sprache zu übersetzen. Nicht umsonst wird er als Vater der russischen Umweltschutzbewegung gesehen. Als 1988 das politische Tauwetter einsetzte, sah man ihn ganz vorne agieren: Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern von Greenpeace, der sozial-ökologischen Union und wurde 1992 Berater von Präsident Mickail Gorbatschov für den Bereich der Ökologie und Gesundheit. Später wurde er der Vorsitzende einer Interministeriellen Kommission für ökologische Sicherheit. In diesen Jahren gelang es ihm, fundamentale ökologische Gesetze durchzusetzen, das Netz von besonderen Naturschutzgebieten zu erweitern und die Information über Auswirkung der Nukleartechnologie auf Mensch und Natur freigeben zu lassen.

Alexei kündigte seinen Posten in der Regierungsetage, als er sah wie Präsident Boris Jelzin, die Oligarchen begünstigte und die Wirtschafts- und Ressourcenpolitik auf Kosten demokratischer und ökologischer Prinzipien geschah. Als Putin Präsident wurde und mit der Parole „Erleichterung für das Business“ ein Prozess der Ent-Ökologisierung einsetzte, entschied sich Alexei Vladimirovich Yablokov zur offenen Konfrontation gegen die Macht. Eine seiner vehementen Reden ist hier auf YouTube zu sehen.

2005 wurde er Parteivorsitztende der Grünen Russlands, später leitete er die ökologische Fraktion der Partei Jabloko. Zusammen mit seinem Mitstreiter Javlinskij im Namen der Partei Jabloko in seinem letzten politischen Statement: „...der vom Kreml gewählte Weg der Entwicklung Russlands als Rohstoffanhängsel von Entwicklungsländern, in der letzten Zeit auch der Weg der Selbst-Isolation und der Abkehr vom europäischen Entwicklungsvektor, erzeugt immer mehr ökologische Probleme“. Mit Verzweiflung musste er mit ansehen, wie die Arbeit gesellschaftlich-ökologisch ausgerichteter Organisationen behindert und diffamiert wurde.

2005 wurde er Parteivorsitztende der Grünen Russlands, später leitete er die ökologische Fraktion der Partei Jabloko. Zusammen mit seinem Mitstreiter Javlinskij im Namen der Partei Jabloko in seinem letzten politischen Statement: „...der vom Kreml gewählte Weg der Entwicklung Russlands als Rohstoffanhängsel von Entwicklungsländern, in der letzten Zeit auch der Weg der Selbst-Isolation und der Abkehr vom europäischen Entwicklungsvektor, erzeugt immer mehr ökologische Probleme“. Mit Verzweiflung musste er mit ansehen, wie die Arbeit gesellschaftlich-ökologisch ausgerichteter Organisationen behindert und diffamiert wurde.

Alexei Vladimirovich Yablokov erhielt zahlreiche Auszeichnungen, aber besonders schätzte er den Nuclear-Free-Future Award, den er gemeinsam mit seinem amerikanischen Freund, dem Friedensaktivisten Fran Macy erhielt. Der Aufdeckung unterdrückter Informationen aus der militärischen und zivilen Nuklearindustrie widmete er bis zuletzt Kraft und Zeit. Bereits krank, veröffentlichte er im April 2016 seine wissenschaftliche Monographie „Tschernobyl: die Folgen der Katastrophe für Mensch und Natur“.

Sein Wirken wird für uns immer eine Orientierung sein. Wir sind voll Dankbarkeit.

Preisträger Alexei Yablokov