The Nuclear-Free Future Award

für eine Zukunft frei von Atomwaffen, Atomenergie und Uranmunition

15.09.2016

NFFA auf dem Festival der Zukunft

Mit dem Festival der Zukunft hat das Bundesumweltministerium seinen 30. Geburtstag gefeiert. Der NFFA war mit zwei Veranstaltungen dabei.

Mit dem Festival der Zukunft hat das Bundesumweltministerium am 10. und 11. Sept. 2016 seinen 30. Geburtstag gefeiert und alle Umweltverbände eingeladen zu zeigen, wo die Umweltbewegung im Jahr 2030 stehen will. Gegründet wurde das Ministerium unmittelbar in Folge und als Folge der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl. Welche Zerstörung Atomkraft mit sich bringen kann, wissen wir seither. Und nach Fukushima hat die Bundesregierung auch endgültig die Konsequenzen gezogen: nach dem kurzfristigen Ausstieg aus der Atomkraft, soll bei uns der letzte Meiler 2022 abgeschaltet werden – und das ist gut so.

Was in unserem Bewusstsein und bei unseren politischen Entscheidungen bislang kaum eine Rolle spielt, ist die Herkunft des atomaren Brennstoffs. Wir brauchen dazu Uran. Ohne Uran kein Atomkraftwerk, keine Atombombe, kein Atommüll. Dass mit dem Abbau von Uran die Lebensgrundlagen der Menschen zerstört werden sowie Minenarbeiter und Anwohner radioaktiv versucht werden, nehmen wir mit dem Betrieb von Atomkraftwerken billigend in Kauf. Dass 70 Prozent des abgebauten Urans aus Gebieten von Ureinwohnern und Indianern stammt, gehört zur besonderen Tragik des Atomzeitalters.

Die Nuclear-Free Future Award Foundation hat gemeinsam mit uranium-network.org und dem WISE Uranium Project in zwei Uranpanels während auf diese Zusammenhänge hinweisen können, die Heinrich-Böll-Stiftung hat einen Teil der Reisekosten für unsere Gäste übernommen.

Olga Kališová aus von der tschechischen NGO CALLA (Association for Preservation of the Environment) hat gezeigt, was es bedeutet, dass Uranbergbau noch heute in Tschechien betrieben wird und sogar eine neue Uranmine aufgemacht werden soll. Dave Sweeney von der Australian Conservation Foundation, der wichtigsten Umwelt- und Naturschutzorganisation in Australien, hat nicht nur darüber berichtet, wie sehr Aborigines vom Uranbergbau tangiert sind, sondern auch, dass interessierte Kreise ein internationales Atommüll-Endlager für die Welt bauen wollen, obwohl das Land selbst kein einziges Atomkraftwerk hat. Frank Lange vom Kirchlichen Umweltkreis Ronneburg hat wiederum gezeigt, welche mit welcher Strahlenbelastung Menschen in Thüringen und Sachsen noch heute leben müssen, obwohl die Bundesrepublik Deutschland und damit wir alle als Steuerzahler bisher rund sechs Milliarden Euro für die Sanierung der ehemaligen Bergbaugebiete ausgegeben haben.

Denn Ostdeutschland war bis zur Wende nach den USA und Kanada der drittgrößte Uranproduzent der Welt. Die Menschen in Sachsen und Thüringen holten über 230.000 Tonnen Uran aus der Erde. Ungeheure Gesteinsmengen wurden dazu verarbeitet, weil der Urananteil bei weniger als 0,1 Prozent lag. Nach 40 Jahren Uranwirtschaft blieben über 300 Millionen Kubikmeter Haldenmaterial und 160 Millionen Kubikmeter radioaktive Schlämme zurück. In Trockenperioden blies der Wind radioaktiven Staub in die umliegenden Städte und Dörfer, bei jedem Regen gelangten radioaktive Partikel in Bäche, Flüsse und ins Grundwasser. Die Bundesrepublik und wir alle als Steuerzahler haben rund 6 Mrd. Euro ausgegeben, um die Altlasten des Uranbergbaus in Deutschland zu sanieren.

Den letzten Vortrag hat Claus Biegert von der NFFA Foundation gehalten und gezeigt, warum er sich dafür einsetzt, dass Uranbergbau nicht nur bei uns, sondern weltweit eingestellt werden muss und er die U-BAN-Kampagne unterstützt, die weltweite Kampagne zur globalen Ächtung des Uranbergbaus.

Lesen Sie hier die Vorträge von Olga Kališová, Frank Lange und Dave Sweeney.

Olga Kališová      Frank Lange      Dave Sweeney